
Ratgeber · Südtirol
Heiraten in Südtirol.
Wie ein Hochzeitstag in Südtirol aussieht, und was vorher erledigt sein muss.
Jahreszeiten, Licht, Orte, Bräuche. Dann Papiere, Standesamt, Kirche, Kosten. Und was wir seit 2015 sehen.
Was ihr zum Heiraten in Südtirol wissen müsst
Ihr wollt in Südtirol heiraten und wohnt nicht hier. Dann habt ihr zwei Fragen: Wie wird der Tag, und was muss vorher erledigt sein. Diese Seite beantwortet beide, in dieser Reihenfolge. Zuerst Landschaft, Jahreszeiten, Licht, Ablauf, Orte und Bräuche. Danach Papiere, Aufgebot, Sprache, Trauorte, Kirche, Zeitplan, Kosten, Anreise und die Frage, ob ihr einen Planer braucht.
Wir sind Florian, Lisa und Stefan von Südtirol Wedding. Unser Studio steht im Ahrntal, und wir begleiten seit 2015 zehn bis zwanzig Hochzeiten im Jahr mit Fotografie und Film. Was hier steht, kommt aus dieser Arbeit und aus amtlichen Quellen: dem Landesinstitut für Statistik ASTAT, den Gemeinden, den Betreibern der Bergbahnen und Zufahrtsstraßen. Wo etwas unsere Beobachtung ist und kein Gesetz, steht es dabei.
Stand: September 2026. Fristen, Gebühren und Zufahrtsregeln ändern sich. Prüft den aktuellen Stand bei der Gemeinde und beim Betreiber, bevor ihr bucht. Diese Seite ersetzt keine Auskunft des Standesamts.
Warum Paare zum Heiraten nach Südtirol kommen
Südtirol ist der nördlichste Teil Italiens, gleich hinter dem Brenner, mit Deutsch und Italienisch als Amtssprachen. Von den Weinbergen um Bozen auf gut zweihundert Metern bis zu den Almen über zweitausend liegen wenige Autostunden und mehrere Klimazonen. Ihr könnt am Vormittag zwischen Apfelbäumen frühstücken und am Abend auf einer Alm mit Blick auf Gletscher feiern.
Für eine Hochzeit hat die Landschaft drei Gesichter. Die Dolomiten im Osten und Süden, mit hellen Felswänden, die am Abend rot werden. Die Täler mit Höfen, Dorfkirchen und Wiesen: das Pustertal, das Eisacktal, das Etschtal um Meran und Bozen. Und die Seitentäler, die hinter dem letzten Dorf enden, wie das Ahrntal, in dem wir wohnen.
Was Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz hierher zieht, ist die Mischung. Berge, wie man sie von zu Hause kennt, Küche und Licht aus Italien, und eine Trauung, die ihr in eurer Sprache versteht. Dazu Höfe und Hotels, die seit Generationen Hochzeiten ausrichten, und Gäste, die aus dem Fest einen Urlaub machen.
Die beste Jahreszeit zum Heiraten in Südtirol
Südtirol hat mehrere Klimazonen, eine über der anderen. Im April blühen im Etschtal die Apfelbäume, während auf den Wiesen im Ahrntal noch Schneereste liegen. Wer im Mai auf einer Alm heiraten will, findet dort braunes Gras und geschlossene Hütten. Die Frage nach der besten Jahreszeit hat deshalb zwei Antworten: eine für das Tal und eine für den Berg.
Im Juni sind die Almwiesen grün und voller Blumen. Juli und August bringen stabile Sommertage mit Gewittern am Nachmittag. Der September bringt klare Luft, weniger Leute auf den Wegen und ein weiches Licht. Die Statistik sieht das genauso: 2025 war der September mit 357 Trauungen der beliebteste Heiratsmonat in Südtirol, gefolgt vom Mai (ASTAT, astat info 34/2026).
Ab Mitte August kommt das Vieh von den Almen, je nach Höhe früher oder später. Ab Mitte September färben sich die Lärchen gelb, oben zuerst, mit dem Höhepunkt im Oktober. Wer das für seine Bilder will, plant in den Oktober und rechnet mit dem ersten Schnee.
Die großen Bergbahnen fahren im Sommer 2026 von Mitte oder Ende Mai bis Ende Oktober oder Anfang November: die Seiser Alm Bahn vom 22. Mai bis 2. November, der Kronplatz vom 16. Mai bis 8. November, der Klausberg vom 15. Mai bis 1. November, der Speikboden vom 30. Mai bis 18. Oktober, die Seceda vom 22. Mai bis 2. November. Kleinere Lifte fahren kürzer. Die Betreiber nennen die Daten ohne Gewähr; prüft sie für euer Jahr.
Von November bis April liegt in den Höhenlagen Schnee, und viele Almen und Hütten schließen zwischen Ende Oktober und Weihnachten. Eine Winterhochzeit ist möglich; sie hält sich an die Talorte und an Hütten in den Skigebieten, die mit der Bahn erreichbar sind. Wenige Paare heiraten im Winter: 59 Trauungen im Januar 2025, 80 im Februar, 85 im Dezember. Das heißt auch: freie Kirchen, freie Höfe, und Dienstleister, die Zeit haben.
Das Licht und die Uhrzeit der Trauung
Paare suchen zuerst den Ort und dann die Uhrzeit. Wir würden es umgekehrt machen. Ende Juni geht die Sonne in Südtirol mehr als zwei Stunden später unter als Ende September. Das gilt für die offene Ebene. In einem Tal wie dem Ahrntal verschwindet sie früher hinter dem Grat, und dann liegt der Talboden im Schatten, während die Alm darüber noch in der Sonne steht.
Das entscheidet über eure Bilder mehr als die Wahl zwischen zwei Höfen. Eine Trauung am frühen Nachmittag im Hochsommer lässt euch für die Paarbilder das harte Mittagslicht und eine lange Wartezeit bis zum Abend. Eine Trauung am späten Nachmittag im September führt direkt in das weiche Licht, für das Paare hierherkommen.
Wir sagen euch vor der Hochzeit, wann an eurem Ort und Datum das letzte Licht steht, und legen die Paarbilder danach. Das besprechen wir gerne in einem Vorgespräch.
So läuft ein Hochzeitstag in Südtirol ab
Der übliche Ablauf: Trauung am Nachmittag, danach Aperitif und Gratulieren, das Essen am Abend, Musik bis in die Nacht. Standesamtliche Trauungen im Rathaus richten sich nach den Amtszeiten der Gemeinde und liegen früher am Tag; die Feier beginnt dann mit dem Mittagessen oder wartet bis zum Nachmittag. In vielen Familien wird bis weit nach Mitternacht gefeiert, mit Spielen und Einlagen der Gäste.
Mehr Zeit als gedacht brauchen meist zwei Dinge. Erstens beim Gratulieren nach der Trauung: Jeder Gast will euch umarmen, und das kann gerne mal eine Weile dauern. Zweitens bei der Fahrt zu den Bildern: Zwischen Kirche, Hof und Alm liegen kurze Wege, wenn man sie kennt, und lange, wenn nicht. Beides planen wir mit ein, damit für die Paarbilder genug Ruhe bleibt.
Die Paarbilder legen wir in den späten Nachmittag oder frühen Abend, wenn die Sonne tief steht, und planen sie mit euch als festen Block, nicht als Lücke, die übrig bleibt. Eure Gäste haben in der Zeit den Aperitif. Wie lange die Paarbilder dauern, bestimmt ihr: Manchen Paaren reicht eine kurze Runde, andere nehmen sich gerne mehr Zeit, und wir bleiben so lange, wie ihr möchtet.
Wer eine freie Trauung plant, hat mehr Spielraum: Trauung am späten Nachmittag, Bilder direkt im Anschluss, Essen bei Sonnenuntergang. Das ist der Ablauf, den wir Paaren von auswärts zuerst vorschlagen. Wie das zu zweit aussieht, steht auf der Seite zum Elopement in Südtirol.
Wenn es am Hochzeitstag regnet
In den Bergen regnet es anders als in der Stadt. Ein Sommergewitter kommt am Nachmittag über den Grat, entlädt sich und zieht weiter; danach ist die Luft klar und das Licht weicher als vorher. Ein Tag mit tief hängenden Wolken ist seltener, und dann sitzt die Wolke im Tal, während die Alm darüber in der Sonne liegt.
Was ihr braucht, ist ein Plan B, der am Morgen entschieden wird: Wo findet die freie Trauung statt, wenn es zur Trauzeit regnet, und wer entscheidet das bis wann. Ein Stadel, ein überdachter Innenhof oder die Stube eines Hofes. Die Location kennt ihre Antwort; fragt danach, bevor ihr unterschreibt.
Für die Bilder gilt: Nasse Wiesen, Nebel an den Hängen und ein Schirm geben Bilder, die es an Sonnentagen nicht gibt. Bei Regen gehen wir gerne mit einem Schirm raus oder warten auf eine kurze Lücke, in der die Sonne durchkommt. Wir machen auf jeden Fall das Beste aus dem Tag.
Hochzeitslocations in Südtirol
Die Orte zum Heiraten in Südtirol lassen sich in fünf Arten einteilen. Der Hof: Holz und Stein, ein Stall, der noch in Betrieb ist, eine Wiese für die Trauung und die Stube für den Abend. Die Alm: hoch oben, offene Wiesen, ein weiter Blick, und ein Weg dorthin, der in Hochzeitsschuhen zur Frage wird.
Das Schloss oder der Ansitz: Südtirol hat viele davon, und einige Gemeinden trauen dort standesamtlich, dazu weiter unten mehr. Das Weingut: um Bozen, Meran und im Unterland, mit Trauung zwischen den Reben und Wein vom Haus. Der See: der Pragser Wildsee und der Kalterer See sind die bekannten, dazu kommen kleine Bergseen, die man nur zu Fuß erreicht.
Was zu euch passt, hängt von der Gästezahl, der Jahreszeit und dem Weg ab. Eine Alm trägt eine kleine Feier mit Gästen, die zu Fuß gehen oder mit der Bahn fahren. Ein Hotel im Tal trägt die große Feier mit Gästen, die um Mitternacht in ihr Zimmer wollen. Fragt jede Location, wo ihre Trauung bei Regen stattfindet und bis wann die Musik spielen darf.
Für die Bilder: Wohin wir mit euch gehen, hängt von eurem Ort und der Uhrzeit ab, nicht von einer Liste. Was die Landschaft in den einzelnen Gegenden trägt, steht auf unseren Seiten zum Ahrntal, zum Pustertal und zu den Dolomiten.
Pragser Wildsee, Seiser Alm und Drei Zinnen
Die bekannten Orte der Dolomiten sind im Sommer reglementiert. Zum Pragser Wildsee gibt es vom 1. Juli bis 15. September täglich von 9 bis 16 Uhr keine Zufahrt mit dem Auto ohne Online-Reservierung; auch die Busse brauchen in dieser Zeit eine Buchung. Wer dort am Nachmittag Bilder will, bucht das Ticket vorher oder ist vor 9 Uhr am See. Die Regeln für das laufende Jahr stehen auf prags.bz. Wie eine Trauung am See abläuft, erzählen wir an der Hochzeit von Walker und Joe: Heiraten am Pragser Wildsee.
Die Straße auf die Seiser Alm ist von 9 bis 17 Uhr bergwärts für den privaten Verkehr gesperrt, außer in den Zwischensaisonen; Gäste der Unterkünfte oben bekommen die Zufahrtsberechtigung über ihr Haus, und Tagesgäste reservieren ab Sommer 2026 ihren Parkplatz online. Die Mautstraße zu den Drei Zinnen ist nur mit Online-Reservierung befahrbar; ein Pkw zahlt 40 Euro. Die Betreiber informieren auf seiseralm.it und pass.auronzo.info. Die Regeln ändern sich von Jahr zu Jahr.
Unsere Beobachtung: Die Bilder von diesen Orten, die ihr kennt, entstehen in den Randstunden, früh am Morgen oder am Abend, wenn die Tagesgäste weg sind. Wer sie an einem Augustnachmittag plant, steht mit den Tagesgästen am Ufer. In den Seitentälern ist das anders: Im Ahrntal oder auf den Almen über dem Pustertal ist es zur selben Uhrzeit viel ruhiger.
Hochzeitsbräuche in Südtirol
Vieles, was im Netz als Südtiroler Hochzeitsbrauch steht, ist alpenländisches Allgemeingut oder aus Deutschland übernommen. Polterabend oder Hochzeitslader mit geschmücktem Stab: Für keinen der beiden haben wir einen Beleg gefunden, dass er in Südtirol heute üblich ist. Wir halten uns hier an das, was die Landestourismusorganisation IDM Südtirol als gelebte Bräuche beschreibt, und die haben alle mit dem Ablauf eures Tages zu tun.
Der Morgen: Die Nacht vor der Hochzeit verbringen Braut und Bräutigam nicht im selben Haus. Am Morgen wecken Freunde die beiden, mit Lärm und Böllerschüssen, und ziehen erst ab, wenn sie ein Frühstück bekommen haben. Wer das plant, sagt es der Unterkunft und den Nachbarn.
Der Weg: Nach der Trauung fährt die Hochzeitsgesellschaft hupend zur nächsten Station. Unterwegs kann der Weg durch Klausen versperrt sein: Nachbarn oder Freunde spannen ein Seil, und das Paar löst eine Aufgabe oder kauft sich frei, bevor es weitergeht. Das gehört zum Tag und bekommt seinen Platz im Ablauf.
Die Feier: Beim Brautstehlen entführen Freunde die Braut in ein Gasthaus der Umgebung. Bräutigam und Brautführer suchen sie und begleichen die Rechnung, die die Entführer offen gelassen haben. Meistens wird es dabei wunderbar chaotisch, und am Ende sitzt die halbe Hochzeitsgesellschaft im Gasthaus. Plant dafür einfach etwas Luft zwischen Essen und Tanz ein. Um Mitternacht gibt es bei vielen Hochzeiten, die wir begleiten, eine Einlage von Freunden oder Familie.
Dazu die Dorfkultur: Die Musikkapelle spielt bei Hochzeiten, wenn das Paar oder die Familie ihr nahesteht, und wie das gehandhabt wird, ist von Dorf zu Dorf verschieden. Zum Fest gehören Krapfen, süß mit Marmelade oder Mohn, im Pustertal und im Eisacktal auch herzhaft gefüllt, als Tirtlan. Wenn ihr von auswärts heiratet, entscheidet ihr, was ihr übernehmt. Und bringt ihr Bräuche aus eurer Heimat mit, sprecht sie vorher mit uns durch, damit wir wissen, was uns am Tag erwartet und wo wir stehen müssen.
Standesamtlich heiraten in Südtirol ohne Wohnsitz in Italien
Ihr könnt in jeder Südtiroler Gemeinde standesamtlich heiraten, auch wenn keiner von euch in Italien wohnt. Zuständig ist das Standesamt der Gemeinde, in der die Trauung stattfindet. Dort meldet ihr euch als Erstes, bevor ihr einen Termin bei Location oder Kirche fix macht.
Wohnt ihr beide im Ausland, entfällt das Aufgebot, also der öffentliche Aushang der Eheabsicht, den Paare mit Wohnsitz in Italien durchlaufen. Das regelt das italienische Zivilgesetzbuch für das ganze Land, nicht eine einzelne Gemeinde. Statt des Aufgebots unterschreibt ihr vor dem Standesbeamten ein Protokoll, das Verbal, in dem ihr erklärt, dass kein Ehehindernis besteht. Die Gemeinde setzt dafür einen Termin einige Tage vor der Trauung. Das ist der Grund, warum eine standesamtliche Hochzeit in Südtirol für Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz mit wenigen Terminen auskommt. Das italienische Justizministerium beschreibt die Regeln für Ehen mit ausländischen Partnern auf seiner Seite, auf Italienisch.
Ihr seid damit nicht allein. Das Landesinstitut für Statistik ASTAT zählte 2025 in Südtirol 2.253 Ehen, davon 1.705 standesamtlich und 548 kirchlich. Bei 317 davon, also 14 Prozent, wohnten beide vor und nach der Hochzeit im Ausland, am häufigsten im Burggrafenamt um Meran (66) und im Pustertal (63). Die Standesämter dort kennen eure Fragen.
Regeln ändern sich, und jede Gemeinde legt Details selbst fest: Termine, Säle, Gebühren. Prüft den aktuellen Stand direkt beim Standesamt, nicht auf Hochzeitsportalen, und lasst euch die Liste der Unterlagen schriftlich geben.
Welche Papiere ihr für die standesamtliche Trauung braucht
Das wichtigste Papier ist das Ehefähigkeitszeugnis, auf Italienisch nulla osta. Es bestätigt, dass nach dem Recht eures Heimatlandes nichts gegen die Ehe spricht. Deutsche beantragen es beim Standesamt ihres Wohnsitzes; wer nicht mehr in Deutschland wohnt, beim Standesamt des letzten Wohnsitzes, und wer nie in Deutschland gewohnt hat, beim Standesamt I in Berlin. Sind beide deutsch, reicht ein Zeugnis für das Paar. Österreicher bekommen es beim Standesamt ihres Wohnorts, Schweizer beim Zivilstandsamt. Bittet um den mehrsprachigen Vordruck.
Das Zeugnis ist ab Ausstellung sechs Monate gültig. Beantragt es also innerhalb des halben Jahres vor dem Termin, nicht so früh wie möglich. Durch das Münchner Übereinkommen von 1980 ist das mehrsprachige Formular von Legalisation und Übersetzung befreit. Ihr braucht keine Apostille. Deutschland, Österreich, die Schweiz und Italien sind Vertragsstaaten.
Dazu kommen die Geburtsurkunde auf internationalem Vordruck, ein gültiger Pass oder Personalausweis und, wer schon einmal verheiratet war, das Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk oder die Sterbeurkunde. Nach einer Scheidung kennt das italienische Recht für Frauen eine Wartefrist von 300 Tagen; ob sie auf euch zutrifft und welche Ausnahmen es gibt, klärt ihr mit dem Standesamt.
Bei der Trauung braucht ihr zwei Trauzeugen. Sie müssen volljährig sein, die Nationalität spielt keine Rolle, und sie bringen ihren Pass mit. Ein Trauzeuge darf nicht gleichzeitig als Dolmetscher auftreten. Trauzeugen müssen euch nicht persönlich kennen; wer nur zu zweit anreist, fragt das Standesamt oder die Unterkunft.
Für Paare aus den USA und Großbritannien läuft es anders. US-Bürger geben ein Affidavit vor dem US-Konsulat in Italien ab, dazu einen Atto notorio mit zwei Zeugen, beides mit Apostille und Übersetzung. Briten folgen dem Verfahren, das die britische Botschaft in Rom für Italien beschreibt; es hat sich in den letzten Jahren geändert, prüft die aktuelle Fassung auf gov.uk. Dokumente aus Nicht-EU-Staaten gelten sechs Monate.
Die Trauung auf Deutsch
Südtirol gehört zu Italien, Deutsch ist hier aber Amtssprache neben Italienisch. Das Dekret des Präsidenten der Republik 574 aus dem Jahr 1988 stellt beide Sprachen im Umgang mit den Ämtern gleich. Die standesamtliche Trauung findet auf Deutsch, auf Italienisch oder in beiden Sprachen statt. Ihr sagt dem Standesamt, was ihr wollt. Die Heiratsurkunde wird zweisprachig ausgestellt.
Ein Dolmetscher ist nur nötig, wenn einer von euch oder ein Trauzeuge keine der beiden Amtssprachen versteht. Ob eine Begleitperson diese Rolle übernehmen kann oder die Gemeinde einen vereidigten Dolmetscher verlangt, entscheidet das Standesamt. Klärt das beim ersten Kontakt.
Für Paare aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das der stille Vorteil Südtirols: Ihr versteht jedes Wort eurer eigenen Trauung, und eure Eltern auch. Die zweisprachige Urkunde legt ihr zu Hause ohne Übersetzung vor.
Wo das Standesamt in Südtirol traut
Standesamtlich heiraten könnt ihr im Rathaus und an Orten, die die Gemeinde per Beschluss als Außenstelle des Standesamts ausgewiesen hat. Ein Privatgrund, der nur für euren Tag hergerichtet wird, ist nicht zulässig; der Ort muss der Gemeinde dauerhaft zur Verfügung stehen. Fragt beim Standesamt nach der Liste, bevor ihr euch in eine Wiese verliebt.
Bozen traut im Rathaus, im Alten Rathaus und auf Schloss Maretsch. Für Paare ohne Wohnsitz in Bozen kostet die Trauung je nach Saal und Tag zwischen 200 und 850 Euro, am Samstagnachmittag am meisten (Tarif der Gemeinde Bozen). Meran traut im Rathaus und in der Landesfürstlichen Burg, Eppan im Rathaus und im Ansitz Lanserhaus. Beide nennen online keine Beträge; fest steht nur, dass Paare ohne Wohnsitz in der Gemeinde mehr zahlen. Stand der Angaben: September 2026.
Für Schloss Prösels, die Tirler Alm, den Kastelruther Kofel und das Fürstenzimmer auf Schloss Bruneck kursieren Angaben in Portalen und Blogs. Ob dort aktuell standesamtlich getraut wird und zu welchen Bedingungen, erfragt ihr beim jeweiligen Standesamt.
Der Andrang hat Folgen. Laut einer Umfrage der Tageszeitung Dolomiten vom Juli 2026 begrenzen mehrere Gemeinden inzwischen Trauungen für Auswärtige: Völs am Schlern erlaubt fünf im Jahr, Kaltern hält den Samstag für Einheimische frei, Eppan hat die Gebühren für Nicht-Ansässige verdoppelt, und Lana traut nach Auskunft des Gemeindeamts derzeit keine Paare aus dem Ausland. Ein Gesetz steht nicht dahinter, jede Gemeinde entscheidet selbst. Fragt das Standesamt deshalb früh an, und rechnet nicht fest mit einem Samstagnachmittag.
Kirchlich, freie Trauung oder beides
Die katholische Trauung hat in Italien Zivilwirkung. Der Pfarrer meldet die Ehe an das Standesamt, das sie ins Register überträgt und an eure Heimatbehörde weiterleitet. Eine standesamtliche Trauung vorher braucht es dafür nicht. Die Papiere laufen trotzdem über beide Stellen: Taufschein und Ehevorbereitung über die Pfarrei, Ehefähigkeit über das Standesamt.
Die Diözese Bozen-Brixen verlangt eine Ehevorbereitung und rät, etwa ein Jahr vorher anzufangen. Taufschein und Wohnsitzbescheinigung gelten sechs Monate. Wollt ihr in einer bestimmten Dorfkirche heiraten, fragt zuerst den dortigen Pfarrer, ob die Kirche an eurem Datum frei ist. Die Kirchen in den Dörfern gehören der Pfarrei, nicht einer Location.
Eine evangelische Trauung durch einen deutschen Pfarrer hat in Italien keine Zivilwirkung. Wer evangelisch heiratet, schließt die Ehe standesamtlich, zu Hause oder in Südtirol, und feiert den Gottesdienst dazu.
Eine freie Trauung hat keine rechtliche Wirkung. Sie ist die Zeremonie, die ihr gestaltet, wie ihr wollt: auf einer Alm, im Garten eines Hofes, am Seeufer, mit einem Redner eurer Wahl. Ein verbreiteter Weg: zu Hause standesamtlich heiraten und in Südtirol die freie Trauung feiern. Das spart die Papierarbeit mit dem italienischen Standesamt. Wer beides in Südtirol will, legt die standesamtliche Trauung auf den Vortag oder den Vormittag.
Der Zeitplan bis zur Hochzeit
Zwölf Monate vorher: Datum und Region festlegen, Standesamt oder Pfarrei anfragen, Location und Zimmer für die Gäste reservieren. Der September ist der beliebteste Heiratsmonat in Südtirol; Kirchen und Höfe sind für diesen Monat früh vergeben. Wer Foto und Film will, fragt jetzt an.
Sechs Monate vorher: Ehefähigkeitszeugnis beantragen, sobald das Fenster offen ist. Geburtsurkunden auf internationalem Vordruck bestellen. Trauzeugen festlegen und ihre Passdaten sammeln. Den Ablauf des Tages mit Location, Pfarrer oder Redner und uns grob abstecken.
Drei Monate vorher: alle Unterlagen ans Standesamt schicken und den Termin für das Verbal vereinbaren. Ist einer von euch geschieden, jetzt die Rechtskraft klären. Gäste über Anreise, Mietwagen und Shuttle informieren.
Kurz vor der Hochzeit: Termin beim Standesamt, an dem ihr das Verbal unterschreibt und die Pässe vorzeigt. Ob das am Vortag oder Wochen vorher passiert, legt die Gemeinde fest. Der Trauakt selbst ist kurz; die Zeit geht in das Gratulieren danach.
Nach der Trauung: Das Standesamt stellt die internationale Heiratsurkunde aus und meldet die Ehe an eure Heimatgemeinde und euer Konsulat. Ob ihr die Ehe zu Hause zusätzlich nachbeurkunden lasst, klärt ihr mit eurem Standesamt dort.
Was eine Hochzeit in Südtirol kostet
Der Branchenbericht 2026 von matrimonio.com, der italienischen Hochzeitsplattform, nennt für Italien einen Durchschnitt von rund 26.000 Euro pro Hochzeit, bei rund hundert Gästen und etwa 238 Euro pro Gast für Empfang und Menü. Für Destination Weddings ausländischer Paare in Italien nennt das Osservatorio Destination Wedding ein Durchschnittsbudget von rund 67.000 Euro. Beides sind Landeswerte, keine Südtiroler Zahlen.
Südtirol liegt bei Location und Gastronomie über dem italienischen Durchschnitt, weil hier Hotels und Höfe mit Übernachtung dominieren und die Saison kurz ist. Ein Hof mit Wiese kostet weniger als ein Schlosshotel, ein Buffet weniger als ein Menü mit fünf Gängen. Für Paare ohne Wohnsitz in der Gemeinde kostet die standesamtliche Trauung mehrere hundert Euro, siehe oben. Fotografie und Film sind je ein eigener Posten, abhängig von Stunden, Team und Lieferumfang.
Was ihr bei uns bekommt, steht auf den Seiten zu Fotografie und Film. Hier geht es um die Größenordnung, damit ihr das Budget aufteilen könnt, bevor ihr Angebote einholt. Rechnet für Gäste von auswärts Anreise und zwei Nächte dazu; das entscheidet mit, wer kommen kann.
Anreise und Unterkunft für eure Gäste
Die nächsten Flughäfen sind Innsbruck, Verona, München und Venedig. Von Innsbruck und München kommt ihr über den Brenner, von Verona durch das Etschtal. Mit dem Zug erreicht ihr Bozen, Brixen, Franzensfeste und Bruneck direkt; in die Seitentäler fahren Busse, am Abend selten.
Sagt euren Gästen, dass ein Mietwagen in den Seitentälern sinnvoll ist, und dass Taxis in den Dörfern nicht an der Straße stehen. Für die Rückfahrt in der Nacht bucht ihr einen Shuttle oder wählt eine Location mit Zimmern.
Höfe und Hotels in Südtirol vermieten Zimmer für Hochzeitsgäste, in der Hochsaison mit Mindestaufenthalt. Reserviert ein Kontingent, sobald das Datum steht, und gebt euren Gästen eine Frist. Im September und an Wochenenden im Sommer sind die Häuser in den Tälern schnell ausgebucht.
Hochzeitsplaner oder selbst organisieren
Ein Hochzeitsplaner in Südtirol übernimmt die Kommunikation mit Standesamt, Pfarrei und Location, kennt Höfe, die auf keinem Portal stehen, und hat am Tag selbst den Zeitplan in der Hand. Für Paare, die von weit weg planen und keine der beiden Sprachen sprechen, ist das der einfachere Weg.
Wer Deutsch spricht, die Region kennt und Zeit hat, kann eine Hochzeit in Südtirol selbst organisieren. Die Standesämter antworten auf Deutsch, die Locations auch. Was dann fehlt, ist jemand, der am Tag die Uhr im Blick hat; bei kleineren Feiern übernimmt das ein Trauzeuge, oder wir für den Teil, der die Bilder betrifft.
Wir sind Fotografen und Filmer, keine Planer. Wen wir für die Planung kennen, sagen wir euch auf Anfrage.
Wo wir arbeiten
Gut zu wissen
Ja, in jeder Gemeinde. Ihr braucht das Ehefähigkeitszeugnis von eurem deutschen Standesamt, die internationale Geburtsurkunde, den Pass und zwei Trauzeugen. Das Standesamt in Südtirol sagt euch, ob es weitere Unterlagen sehen will.
Nein, wenn ihr beide im Ausland wohnt. Das gilt in ganz Italien. Statt des Aufgebots unterschreibt ihr vor der Trauung ein Verbal beim Standesbeamten; den Termin dafür legt eure Gemeinde fest.
Nein. Das mehrsprachige Ehefähigkeitszeugnis nach dem Münchner Übereinkommen von 1980 ist von Legalisation und Übersetzung befreit. Das gilt für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Dokumente aus Nicht-EU-Staaten brauchen Apostille und Übersetzung.
Ein Jahr für Kirche, Location und Zimmer, sechs Monate für das Ehefähigkeitszeugnis, drei Monate für die Unterlagen beim Standesamt. Das Zeugnis ist sechs Monate gültig, beantragt es also im richtigen Fenster.
Wenn ihr das wollt, ja. Deutsch ist in Südtirol Amtssprache, die Urkunde ist zweisprachig. Ein Dolmetscher ist nur nötig, wenn einer von euch weder Deutsch noch Italienisch versteht.
Zwei, volljährig, mit Pass. Die Nationalität spielt keine Rolle. Ein Trauzeuge darf nicht gleichzeitig dolmetschen.
Die katholische Trauung ja. Sie wird ins standesamtliche Register übertragen und an euer Heimatstandesamt gemeldet. Eine evangelische Trauung durch einen deutschen Pfarrer und eine freie Trauung haben in Italien keine Rechtswirkung.
Nur an Orten, die die Gemeinde als Außenstelle des Standesamts ausgewiesen hat und die ihr dauerhaft zur Verfügung stehen. Ein Privatgrund nur für euren Tag geht nicht. Für alle anderen Orte bleibt die freie Trauung.
Überall, wo der Eigentümer zustimmt: auf der Wiese eines Hofes, auf einer Alm, am See, im Garten eines Hotels. Rechtlich zählt sie nicht, deshalb gibt es keine Vorschriften zum Ort. In Naturparks und an reglementierten Orten wie dem Pragser Wildsee gelten die Zufahrts- und Besucherregeln.
Das regelt jede Gemeinde selbst. Einige Gemeinden halten den Samstag für Einheimische frei oder begrenzen Trauungen für Auswärtige. Fragt früh, und rechnet mit einem Wochentag als Alternative.
Ein Verbot gibt es nicht. Einzelne Gemeinden begrenzen die Zahl der Trauungen für Nicht-Ansässige oder verlangen höhere Gebühren, und darüber wird in Südtirol diskutiert. Fragt das Standesamt eurer Wunschgemeinde früh und habt eine zweite Gemeinde im Blick.
Juni bis September. Vorher sind die Hütten geschlossen und das Gras ist braun, ab Mitte Oktober rechnet ihr mit Schnee. Juli und August bringen Nachmittagsgewitter, der September klare Luft.
Ja, in den Talorten und in Hütten der Skigebiete, die mit der Bahn erreichbar sind. Die Almen außerhalb der Skigebiete sind geschlossen. Der Winter ist die ruhige Zeit: freie Kirchen, freie Höfe, und die Standesämter haben Termine.
Ab Mitte September, oben zuerst, mit dem Höhepunkt im Oktober. Die großen Bergbahnen fahren bis Ende Oktober oder Anfang November, kleinere Lifte kürzer.
Für Italien nennt der Branchenbericht 2026 von matrimonio.com rund 26.000 Euro im Durchschnitt, für Destination Weddings ausländischer Paare rund 67.000 Euro. Südtirol liegt bei Location und Essen über dem italienischen Schnitt. Was wir anbieten, steht auf unseren Seiten zu Fotografie und Film.
Nicht zwingend. Wer Deutsch spricht und Zeit hat, kommt mit Standesamt, Pfarrei und Location selbst zurecht. Ein Planer lohnt sich, wenn ihr von weit weg plant, viele Gäste habt oder am Tag niemanden, der den Zeitplan hält.
Ja. Das Standesamt in Südtirol stellt eine internationale Heiratsurkunde aus und meldet die Ehe an eure Heimatgemeinde. Ob ihr sie zu Hause zusätzlich nachbeurkunden lasst, klärt ihr mit eurem Standesamt dort.
Italien kennt seit 2016 die eingetragene Lebenspartnerschaft, die unione civile, aber keine Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Eine unione civile könnt ihr grundsätzlich auch ohne Wohnsitz in Italien in Südtirol schließen; welche Papiere die Gemeinde dafür sehen will, klärt ihr vorher mit dem Standesamt. 2025 wurden hier 32 eingetragen. Wie euer Heimatland sie einordnet, ist von Land zu Land verschieden; fragt euer Standesamt zu Hause. Die freie Trauung steht allen offen.
Ihr braucht einen Plan B für die freie Trauung, den die Location kennt, und die Entscheidung dafür fällt am Morgen. Für die Bilder gehen wir gerne mit einem Schirm raus oder warten auf eine kurze Lücke, in der die Sonne durchkommt. Ein Sommergewitter zieht weiter und lässt klares Licht zurück.
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